
Ein leiser Trommelwirbel liegt in der Luft, während sich langsam der Vorhang öffnet. Warmes Licht fällt in die Manege, der Duft von Popcorn und Sägespänen mischt sich mit gespannter Erwartung. Kinder rutschen unruhig auf ihren Sitzen hin und her, Erwachsene lehnen sich zurück und lächeln – als hätten sie gerade ein Stück ihrer Kindheit wiedergefunden. Dann ertönt Musik, ein Clown stolpert ins Rampenlicht, und für einen Moment scheint die Welt draußen zu verschwinden.
– und im Jubiläumsjahr sogar ein ganz besonderer. Auf dem Neumarkt erheben sich wieder die rot-weißen Zeltspitzen, und es liegt ein Hauch von Nostalgie in der Luft. Das legendäre Circus-Theater Roncalli feiert sein 50-jähriges Jubiläum – und macht mit seiner großen Tournee 2026 auch in der Domstadt Halt. Vom 10. April bis 25. Mai verwandelt sich der Neumarkt in eine schillernde Zirkuswelt voller Akrobatik, Poesie und moderner Inszenierung.
Seit der Gründung durch Bernhard Paul hat Roncalli den Circus immer wieder neu interpretiert. Sein Team hat zum 50. Jubiläum ein wahres Feuerwerk an Ideen vor bereitet. „Das Programm soll kein ‚Best of‘ oder ein poetisch-verträumter Rückblick sein, sondern eine Tür in die Zukunft öffnen“, sagt der Roncalli-Gründer und Circus-Direktor. Das geliebte Roncalli Flair und der Mut zur Innovation werden bleiben: „Gestärkt durch die Erfahrungen der 50 Jahre Lebenszeit der Roncalli-Idee gehen wir mit Elan und Leidenschaft in die Jubiläumstournee. Lasst euch überra schen!“ Die Mischung aus romantischem Circusgefühl und innovativer Inszenierung ist seit Jahrzehnten das Markenzei chen des Hauses. Roncalli steht für poetisches Zirkustheater – eine Verbindung aus Artistik, Live-Musik, Clownerie und visueller Fantasie.
Wichtiger Bestandteil der modernen Roncalli-Philosophie ist der Verzicht auf klassische Tiernummern. Seit 2018 präsentiert der Circus ein vollständig tierfreies Programm. Stattdessen stehen Artisten aus aller Welt im Mittelpunkt, ergänzt durch theatrale Elemente, Musik und aufwendig gestaltete Bühnenbilder. So entsteht eine Show, die eher an ein poetisches Theater erlebnis erinnert als an den traditionellen Wanderzirkus. Hochkarätige Akrobatik, humorvolle Clowns und spektakuläre Luftartistik wechseln sich mit stillen, magischen Momenten ab – begleitet von einem Orchester, das die Manege in eine lebendige Bühne verwandelt.
Vielseitige Komik liefern die Clowns der Manege. Da bringen Housch-ma-Housch mit seinen charmant-humorvollen Geschichten, Weißclown Gensi als dienstältester Weißclown in der Roncalli-Geschichte, Canutito mit kindlicher Hartnäckigkeit und Kevinski mit expressiver Körpersprache und einem verblüffend elastischen Mienenspiel das Publikum zum Lachen. Professor Wacko, ein komischer Gondoliere, rundet die Inszenierung mit humorvollem Augenzwinkern ab.



Bernhard Paul erblickte das Licht der Welt am 20. Mai 1947 im österreichischen Lilienfeld. Seine Kindheit verbrachte er in Wilhelmsburg. Er studierte an der Höheren Technischen Lehr- und Versuchsanstalt für Hoch- und Tiefbau in Krems an der Donau und sollte danach in die Tief- und Hochbaufirma seines Onkels eintreten. Er brach das Studium ab und wechselte zur Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Er war Art Director beim Nachrichtenmagazin „Profil“ in Wien und als freier Grafiker in einer Werbeagentur tätig, bevor er 1975 mit der Gründung des „Circus“ Roncalli – zusammen mit André Heller – seinen Kindheitstraum verwirklichte. Bernhard Paul ist seit 1990 mit Eliana Larible verheiratet, die aus einer italienischen Zirkusdynastie stammt. Das Paar hat drei Kinder: Lili, Vivian und Adrian arbeiten bei Roncalli mit.

Mit dem 19-jährigen Justin Philadelphia am „Flying Pole“ präsentiert sich Roncallis Next Generation dem Publikum. Als Sohn der Kunstturnerin Eliza und des Geschäftsführers Patrick Philadelphia wurde er gewissermaßen in die Manege hineingeboren und reist seither mit dem Roncalli-Ensemble von Stadt zu Stadt. Seine Schwester Geraldine Philadelphia wirbelt nicht nur bis zu sechs Hula-Hoop-Reifen gleichzeitig durch die Luft, sondern begeistert dabei auch mit einer ebenso präzisen wie originellen Jonglage-Darbietung.
Besonders hoch fliegen die vier Jungs des Demian Gritsko Kunstturner-Teams, indem sie den Schwung der Russischen Schaukel voll ausnützend bis in den Circushimmel fliegen. Atemberaubende Adagio-Akrobatik zeigt das Duo Vitalys, während Pavel Valla Bertini mit seinem Einrad schier unmögliche Dinge vorführt.
Illusionistin Alexandra Saabel entführt das Publikum nicht nur mit ihren kunstvollen Kostümen in eine fantastische Welt innerhalb des Roncalli-Kosmos und erweckt außergewöhnliche Wesen zum Leben. Dabei macht es sich die Italienerin mit ihrem Partner Ilja Michajlovic Smyslov zur Aufgabe, nicht nur Kinderaugen zum Leuchten zu bringen, sondern auch den Erwachsenen ihr kindliches Staunen zurückzugeben.
Ebenfalls in der Manege: die drei anmutigen Artistinnen vom „Trio Rêve“, die Sportakrobaten mit einem „Venice Carnival“ auf einem Trampolin mit Barren sowie das „Duo Hair Suspension“, das die seltene Kunst des Zopfhangs präsentiert, bei dem sich die Artisten allein an ihren Haaren in die Höhe bewegen. Dazu verzaubern die Tänzerinnen und Tänzer des Roncalli Balletts die Gäste und sorgt das „Roncalli Royal Orchestra“ unter Leitung von Georg Pommer für die passende Begleitmusik. Trommelwirbel für die Höhepunkte der Akrobaten, ein Tusch für die Clowns, eine romantische Klavierbegleitung für die Luftdarbietung – erst die Musik verleiht jeder Szene ihre ganz besondere Atmosphäre.

Dass die Jubiläumstournee in Köln Station macht, hat Symbolkraft. Die Stadt ist seit Jahrzehnten eng mit Roncalli verbunden. Hier befindet sich der Firmensitz, hier lagern historische Zirkuswagen, Requisiten und Plakate – ein ganzes Archiv der Circusgeschichte. Wenn das Zelt am Neumarkt aufgebaut wird, gehört der Circus für viele Kölner fast schon zum kulturellen Kalender der Stadt. Für das Jubiläumsjahr ist die Erwartung entsprechend groß: Die Vorstellungen sind traditionell schnell ausverkauft, besonders die Plätze direkt an der Manege sind begehrt.
Mit „50 Jahre Roncalli“ feiert der Circus nicht nur seine Vergangenheit – er präsentiert gleichzeitig eine Vision für die Zukunft der Manege. In Zeiten, in denen klassische Circusformen vielerorts verschwinden, zeigt Roncalli, wie sich das Genre neu erfinden kann: poetisch, zeitgemäß und voller Fantasie. Wenn sich also die Lichter im Zelt dimmen und der erste Trommelwirbel erklingt, beginnt nicht nur eine Show – sondern eine Reise durch fünf Jahrzehnte Circusgeschichte. Und vielleicht auch ein Blick darauf, wie der Circus von morgen aussehen kann. Während viele moderne Shows auf Geschwindigkeit und Effekte setzen, baut Roncalli auf Atmosphäre. Auf Momente, die kurz innehalten lassen.
Mit seinem Jubiläum feiert Roncalli aber nicht nur das Lebenswerk seines Gründers Bernhard Paul. Längst steht mit Vivian, Adrian und Lili Paul-Roncalli die nächste Generation in den Startlöchern. Das Jubiläumsjahr wird für sie auch die Gelegenheit sein, der Welt ihre Vision für die Traum-Manufaktur vorzustellen.
Bernhard Paul, von Beruf Grafiker, kündigt 1975 seinen gut bezahlten Job als Art Director beim Nachrichtenmagazin „Profil“ in Wien. Er besinnt sich auf seinen Jugendtraum und gründet den Circus Roncalli. Ein ausrangierter alter Zirkuswohnwagen bildet den Grundstock. Mit dem Programm „Die größte Poesie des Universums“ feiert Roncalli 1976 seine Welturaufführung beim „Bonner Sommer“. 1978 siedelt er nach Köln über und baut ein historisches Panoptikum, mit dem er über die Jahrmärkte reist. Für seinen großen Traum, den „schönsten Zirkus der Welt“, beginnt er, alte Zirkuswagen herzurichten.
Im Juni 1980 heißt es Manege frei für „Die Reise zum Regenbogen“ auf dem Kölner Neumarkt. Sie begründet den legendären Erfolg des Circus-Theaters Roncalli, dessen Markenzeichen der Heißluftballon ist. Was mit einem Traum begann, hat sich bis heute zu einem der größten Zirkus-Unternehmen entwickelt, das für außergewöhnliche Inszenierungen, phantasievolle Veranstaltungen und emotionale Highlights steht.
Als Kulturbotschafter des Landes NRW reiste Roncalli als erster deutscher Circus mit Zelt und Wagen nach Moskau. Neben Luxemburg, Brüssel, Zürich und Barcelona, gastierte das Circus-Theater Roncalli bereits auf der EXPO in Sevilla und zu Weihnachten eine Woche in Europas Kulturhauptstadt Kopenhagen im historischen Schumann-Bau. Seit 2018 verzichtet das Circus-Theater Roncalli zudem auf echte Tiere und ist heute weitgehend plastikfrei. Zuletzt feierte Roncalli mit „Journey to the Rainbow” an Weihnachten 2023 seine US-Weltpremiere in New York City im Damrosch Park direkt neben der Metropolitan Opera.

Ort: Neumarkt, Köln
Zeitraum: 10. April–25. Mai 2026
Programm: Artistik, Clownerie, Live-Musik und modernes Zirkustheater ohne Tierdressuren
10.4.–25.5.26 | Köln, Neumarkt
30.5.–28.6.26 | Düsseldorf, Rheinpark
12.8.–6.9.26 | Ludwigsburg, Blühendes Barock
16.9.–11.10.26 | Wien, Rathausplatz
17.10.–8.11.26 | Innsbruck,
Freigelände Olympiaworld
13.11.–6.12.26 Dezember | Linz,
Urfahrener Marktgelände
Tickets bei allen bekannten
Vorverkaufsstellen sowie
Hotline: Tel. (02 21) 96 494 260
Website: www.roncalli.de